Eröffnung des weltweit ersten „Humuseums“ in Unterthingau am 23. Juni 2012

Das Forschungsinstitut für Permakultur und Transition (FIPT) und die Naturwert-Stiftung in Unterthingau sind stolz darauf am 23. Juni das „1. Humuseum“ eröffnen zu können.

Was verbirgt sich hinter dem Kunstwort „Humuseum“? Das „Humuseum“ ist eine Abkürzung für „Humussphären-und Permakulturmuseum“

Permakultur heißt soviel wie zukunftsfähige und dauerhafte Kultur (von engl. permanent dauerhaft und culture Kultur). Jede Kultur benötigt eine dauerhafte und nachhaltige Versorgung mit Nahrungsmitteln, also eine permanent agriculture, sonst stirbt sie aus.

Grundlage jeder zukunftsfähigen Versorgung mit Nahrungsmitteln ist die chemisch,physikalisch und biologisch intakte „Humussphäre“, d.h. der oberste Bereich des Bodens, der nur wenige Zentimeter umfasst. Dort lebt eine unglaubliche Anzahl von Lebewesen ohne die kein dauerhafter, gesunder Nahrungsmittelanbau funktionieren kann. Diese Lebewesen sorgen dafür, dass Hochwasser und CO2-Emissionen reduziert werden, Erosion und Staubstürme ebenso und sie versorgen die Pflanzen mit Leben und Mineralstoffen.

Träger des Humuseum ist das „Forschungsinstitut für Permakultur und Transition (FIPT)“ . Eröffnet wird es am 23. Juni anlässlich des Sommersonnwend-Festivals der Naturwert-Stiftung,  in deren Räumen es auch untergebracht ist. Diese Stiftung ist Kooperationspartner, außerdem die „Stiftung Raoul Heinrich France´ und Annie France´-Harrar“.

Gibt es etwas Vergleichbares? – Nein, es ist eine Weltpremiere!

Was ist das Besondere?

Besonders daran ist einerseits die umfangreiche Literatur vom Boden, die vor allem auch die schon vor 100 Jahren begonnene biologische Forschung von Raoul France´und seiner Frau Annie France´-Harrar zum Boden aufgreift. Durch eine chemische Behandlung der Pflanzen mit Zerstörung des Bodenlebens und den damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen, ist die wirklich biologische Forschung auch im Bio-Bereich seit Jahrzehnten in den Hintergrund getreten.

Filme und Bilder ergänzen die Literatur. Vorträge und Seminare zum Thema finden vor Ort statt, genauso Praxis-Workshops. Dieses Wissen wurde im Vorfeld im wahrsten Sinne des Wortes wieder hervorgegraben und ist aktueller und wichtiger denn je, damit die Menschheit (über)leben kann.

Das Humuseum erweitert das Thema „Humussphäre“, es beherbergt auch Literatur und andere Medien für alle Bereiche der „Permakultur“, z.B. ökologische Energiegewinnung- und Nutzung, Wassermanagement, Neues Wirtschaften und Gerechtes Teilen, angepasste Technologien und Mobilität, zukunftsfähige Landnutzung und Eigentumsverhältnisse usw.

Es soll ein Ort der Bewusstwerdung und des Handelns für eine nachhaltige und resiliente (=anpassungsfähig gegen Krisen) Zukunft der Einzelpersonen, von Gemeinschaften und Gemeinden/Regionen sein . Von Nachhaltigkeit und Resilienz sind wir bisher in den Industrieländern meilenweit entfernt.

Dies geschieht durch Literatur, Vorträge, Seminare, Veröffentlichungen und Praxis-Workshops
Die Einrichtung von weiteren „Humuseen“ im Allgäu und im deutschsprachigen Bereich ist geplant.

Das nachstehende Bild zeigt eines der Lebewesen im Boden, das nur mit dem Mikroskop zu sehen ist, einen Wurzelfüssler, gezeichnet nach der Natur vom Begründer der Bodenökologie Raoul Heinrich France´. Dieses Bild entstammt dem wunderbaren Buch „Das Leben im Boden/Das Edaphon“, das gerade im OLV-Verlag neu aufgelegt wurde. Dieses Bild verdeutlicht, dass selbst Einzeller schon erstaunliches vollbringen.

Der Wurzelfüssler panzert sich z.B. mit Kieselalgen. Diese Algen bauen sich ein Haus aus reinem Glas und sind die länglichen, großen Panzerstücke im Bild. Das Humuseum wird viele Zeichnungen wie diese enthalten, später sollen die Mikroorganismen auch im Mikroskop sichtbar gemacht werden.

Fragen und Infos erhalten sie bei Jochen Koller, Tel. 08321/7808960 und koller-wiggensbach@t-online.de oder info@naturwert-stiftung.de bzw. unter der Telefonnummer der Naturwert-Stiftung s. www.naturwert-stiftung.de

Wir danken Kurt Walter Lau vom OLV-Verlag für Bücherspenden für das Humuseum und würden uns freuen, wenn wir auch von anderen Verlagen und Menschen entsprechende Sach- oder Geldspenden zum Ausbau des Humuseum und zur Schaffung weiterer „Humuseen“ erhalten würden.

Jochen Koller, Forschungsinstitut für Permakultur und Transition (FIPT), Projektleiter Humuseum

Robert Briechle, Stiftungsvorsitzender Naturwertstiftung

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